Dienstag, 9. April 2013

Operation Götterdämmerung in Nürnberg: Battletech-Event der Extraklasse!

"100 Tonnen Stahl, Myomer-Muskeln, Sprengstoff und Fusionsmasse tasten sich langsam durch das Gewirr der Vorstadt Pontiac Citys. Als der weiß-blau lackierte Atlas nach quälend langen Minuten des vorsichtigen Manövrierens endlich die engen Straßen verlässt, atmet der Pilot in seinem Cockpit erleichtert auf. Nichts fürchten Mechkrieger so sehr, wie Nahkämpfe in urbaner Umgebung. Hinter jeder Ecke, in jedem Fenster kann eine tödliche Gefahr lauern. Mit Raketenwerfern bewaffnete Infanterie, die flüssiges Feuer in Form von Inferno-Raketen verschießen.

Der Atlas befindet sich nun auf einer von Bäumen gesäumten Allee, die bis zu einem kleinen Wäldchen führt, das eine Lücke in die stark befestigte Mauer rings um die Stadt zu reißen scheint. „Typisch Schlangen“, denkt sich Mechkrieger FentyTergat, der an den Kontrollen seines überschweren Atlas-Battlemechs sitzt. „Bauen eine gigantische Mauer und lassen ein Loch darin, durch das eine Lanze Mechs problemlos nebeneinander rein marschieren könnte. Auch das wird sich ändern“, murmelt Tergat in der Einsamkeit seiner Pilotenkanzel. Vieles würde sich ändern, wenn über Buckminster wieder die Farben des Lyran Commonwealths wehten.

 Zu seiner Rechten bezieht DelPriero in seiner Banshee-3Q Stellung, zur linken befindet sich Eurico Gurri im Zeus. Die Kommunikationsspezialistin Elinar parkt ihren Cyclops in leicht erhöhter Position direkt dahinter. Tergat hat schon länger ein Auge auf die kleine Funkerin geworfen. Trotz der Anspannung, die er wegen des zu erwartenden Gefechts verspürt, regen sich Begehrlichkeiten in seinem Kopf. Wie sie wohl in ihren Shorts, nur mit Netz-Shirt und Kühlweste bekleidet aussieht? Die meisten Mechkrieger der Inneren Sphäre tragen derartige Kleidung im Kampf, das sich die Cockpits der teils jahrhundertealten Maschinen  schnell zu Backöfen entwickeln. Sicher stecken ihre schlanken Beine in hohen Stiefeln, so wie es bei Mechkriegern – egal ob männlich oder weiblich – in den meisten Armeen Brauch ist. Ein lüsternes Brummen dringt aus Tergats Kehle, während er langsam mit seiner rauhen Zunge die von der stickigen Cockpit-Luft trockenen Oberlippe entlangfährt.

Das imaginäre Intermezzo wird  jäh unterbrochen, als DelPieros aufgeregte Stimme aus dem Audioteils des Helms dröhnt: „Schlangen stürmen durch die Lücke … Yeeehaw!“ 'Der Typ hält sich echt für so ne Art Cowboy', Tergat lässt diese Worte lieber ungehört in seinen Gedanken verhallen. Stattdessen richtet er sich in seiner Pilotenliege so gut es geht auf und zupft die Kühlweste zurecht, so wie er es auch mit seiner Ausgehuniform zu tun pflegt. „Kompanie, hergehört. Sie greifen an! Positionen halten und Waffen auf mein Ziel konzentrieren. Primary Focus: Victor-9B, designierte Kennung ‚Alpha‘. Feuer frei!“

Die letzte Silbe ist noch nicht ausgesprochen, da hallt der Gefechtslärm bereits von den Häuserwänden Pontiac Citys wider. Autokanonen krachen, Partikelprojektorkanonen entladen mit einem Knall ihre Spulen und explodierende Raketensprengköpfe mengen der Geräuschkulisse ihr unverkennbares dumpfes Grollen hinzu. Die Schlacht um Buckminster hat begonnen …"

Am Samstag den 06. April, startete das wohl größte Simultan-Event in der fast 30jährigen Battletech-Geschichte. Das BT-Demoteam des deutschen Rechteinhaber Ulisses Spiele, stattete in elf Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein interaktives Szenario aus. Was in Hamburg auf der Platte passierte, hatte Einfluss auf Nürnberg, Wien, Zürich und die anderen Spielstätten. Als ich mit meinem Mechkrieger-Kollegen Patrick "Caducus" Seyfarth am Samstagmorgen um kurz vor 10.00 Uhr in die Sterngasse einbog, in der sich das Nürnberger Nerd-Mekka Ultra Comix befindet, erwartete uns vor der noch verschlossenen Ladentür bereits eine Meute von über 20 wartenden Spielern! Nach kurzem "Hallo!" durften wir hinein und wir gingen sofort daran, das Szenario zu starten. Die Räumlichkeiten im 2. Stock des Ultra Comix sind groß genug, die Menge an Tischen und Auflageplatten für die Battletech-Karten mehr als ausreichend.

Durch die große Zahl an Teilnehmern, die im Laufe des Tages noch auf etwa 35 anstieg, dauerte es noch bis 11.00 Uhr, bis die Würfel das erste Mal zur Initiative über die Platte rollten. Je 12 Spieler standen sich nun gegenüber, der Rest wich auf eine zweite Fun-Platte aus oder schaute einfach nur zu. Hier das Mech-Setup der Steiner-Kompanie:

Lyran Commonwealth: 3RG, 3. Bat. 1. Company

Alpha Lance
Zeus-6S
Cyclops -10-Q
Banshee-3Q
Atlas-D

Bravo Lance
Whitworth-1S
Enforcer-4R
Catapult-C1
Grasshopper-5H

Charly Lance
Javelin-10N
Assassin-21
Assassin-21
Clint-2-3T

Und so sah die Aufstellung des 2nd Sword of Light, 2. Bat. 2. Company aus:

Alpha Lance
Victor-9B
Zeus6S
Cyclops-10-Z
Banshee-3M

Bravo Lance
Panther-9R
Panther-9R
Whitworth-1
Vindicator-1R

Charly Lance
Spider-5K
Spider-5V
Jenner-A
Assassin-101

Die Aufstellung beider Parteien war erfreulich offensiv. So versteckten sich weder die Steiners tief in der Stadt, noch wollten die Kuritisten lange Anmarschwege in Kauf nehmen. Bereits in der ersten Runde kam es zum Schusswechsel, wenn auch noch auf sehr hohe Werte. Immerhin sicherte sich ein Steiner-Cyclops mit seiner LRM10 das "First Blood": Drei Raketen trafen das Bein eines anrückenden Kurita-Assaults, als diese zum Sturm durch die Lücke in der Mauer ansetzten. Denn das Draconis Kombinat war laut Szenariobeschreibung dazu verdammt, in Untertonnage anzugreifen ... und dabei 6+ Feind-Mechs abzuschießen, ohne die gleiche Zahl an Maschinen zu verlieren. Ähnliches galt für Haus Steiner, nur dass sie selenruhig in der Stadt warten konnten.

Trotzdem wollten beide Seiten möglichst wenig Zeit verlieren. Zwar gab es hier und da einen übervorsichtigen Piloten, wie etwa das Steiner-Catapult, aber das war eher auf Unerfahrenheit des Mechkriegers zurückzuführen. Jedenfalls sahen die Kuritisten die Möglichkeit, den Steiner-Atlas in die Zange zu nehmen und ergriffen diese auch. Daraus resultierte ein Feuergefecht, das in kürzester Frist in wilde Nahkämpfe mit brachialen Fausthieben und Tritten ausartete. Schwere und überschwere Mechs schossen und schlugen sich gegenseitig in Front und Rücken.

Auf der anderen Flanke des Schlachtfeldes, betrieben schnelle und zumeist sprungfähige Mechs beider Seiten ein Katz- und Maus-Spiel. Eine Steiner-Javelin starb unglücklich durch einen PPC-Durchschuss eines Panthers, der die eingelagerte SRM-Munition zur Explosion brachte. Das Steiner-Catapult sprang wagemutig auf ein H3-Gebäude, woraufhin drei Kurita-Scouts dieses Gebäude unter Beschuss nahmen. Der Konstruktionsfaktor des Hauses fiel auf unter 64 Punkte und der Catapult mit seinen 65 Tonnen gleich mit. Drei Höhenstufen tief ging's runter. Ein Steiner-Grasshopper verlor im vollen Galopp auf der Straße die Kontrolle und rammte ein Gebäude.

Aber auch den Kurita-Scouts ging's nicht viel besser. Ein Jenner verlor im Nahkampf sein Bein, mehrere Maschinen, wie etwa der Whitworth-1, wurden durch Feindattacken stark abgepanzert. Die Entscheidung innerhalb der Stadt war also noch lange nicht gefallen.

Am Ende lagen folgende Maschinen im Staub:

Steiner:
Atlas-D: Kopfschuss von einer AC20
Cyclops-10-Q: Munitionsexplosion
Javelin-10N: Munitionsexplosion

Kurita:
Cyclops-10-Z: Munitionsexplosion
Victor-9B: Bein abgeschossen und im Haus liegend
Jenner-A: Bein abgeschossen
Vindicator-1R: Gyro-Treffer

Das Unentschieden an diesem Frontabschnitt lag klar auf der Hand. Trotzdem hat das Szenario allen Beteiligten einen riesen Spaß bereitet. Es war ein wenig wie früher: "AC20, Doppel-6 beim Atlas!", die Menge schreit auf! Auf der anderen Seite verpatzt eine schwer gebeutelter Mech den Standwurf. Freude und Trauer wechselten sich ab, auch wenn den Steiners das Würfelpech häufiger hold war, als ihnen lieb gewesen sein dürfte. Es war sogar ein Kamera-Team von buffed.de anwesend (Danke an Nico und Mháire!), die einen Take für die kommende buffed-Show aufgenommen haben.

Auch die Interaktivität mit den anderen Spielstätten hat immer wieder für ein "Aha!" und "Oho!" gesorgt. Vernichtete Kurita-Scouts in Hamburg verursachten bei allen anderen Gefechten einen Initiativverlust bei den Kurita-Chaptern, fehlerhafte Steiner-Munition ließ mehrere Autokanonen der Commonwealth-Streitkräfte blockieren. Das Kurta-HQ setzte ein kleines Kopfgeld auf den Steiner-Atlas in Nürnberg aus. Skype-Berichte von allen Gefechtsschauplätzen beflügelten die Fantasie der Spieler. Eine tolle Idee, Ulisses!

 

Vielen Dank!

Zum Schluss bleibt mir nur der Dank an alle Beteiligten, Organisatoren und Spieler gleichermaßen. Ich war und bin total geflasht, dass so viele Leute gekommen sind und dass sich das BT-Demoteam von Ulisses derart viel Arbeit gemacht hat, um uns ein so schönes Erlebnis zu präsentieren. Einziger Wermutstropfen: Wenn ich geahnt hätte, dass so viele Leute kommen, hätte man das Szenario vielleicht auf zwei Platten aufgeteilt, so dass die einzelnen Spieler häufiger ziehen können. Oder ich hätte mit Ulisses gleich etwas anderes ausgemacht. Aber aus Erfahrung lernt man und das nächste Mal werden die Spieler davon profitieren. Denn die Schlacht um Buckminster ist noch lange nicht zu Ende! Laut Ulisses soll ein zweiter Szenario-Teil folgen. Ich freue mich schon!

Danke auch an Ultra Comix in Nürnberg, die uns unbürokratisch und kostenlos schöne Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Wir sind gern wieder eure Gäste, wenn ihr noch mal eine Horde kampflustiger Mechkrieger Unterschlupf gewähren wollt. :-)

Hier noch mal alle Bilder in chronologischer Reihenfolge:














Montag, 25. März 2013

Battletech Classic: Tanz auf dem Vulkan

Okay, es ist ein lang erloschener Vulkan. Mit einem See darin, der einzigen nicht giftigen Wasserquelle weit und breit. Kein Wunder, dass sich die Liao- und die Davion-Lanze um dieses strategische Gebiet prügeln. Dieses kleine Szenario habe ich bereits Anfang März mit zwei Freunden in meinem Reliquienraum gespielt, Vorbild der Landschaft war die Map Caustica aus Mechwarrior: Online. Statt aber heiße Quellen einzubauen, setzte ich auf kühles Nass. Hier die beiden Parteien.

Liao-Lanze:

Aweseom-8Q
Catapult-C1
Griffin-1N
Phoenix Hawk-1

Davion-Lanze:

Victor-9B
Grasshopper-5H
Enforcer-4R
Hatchetman-3F

Während die Liaos bereits Position am Kraterrand bezogen hatten, rückten die Davions erst vom Süden über zumeist freies Gelände an. Durch halbwegs geschicktes Ausnutzen der Deckung, gelang es den Angreifern einigermaßen schadlos an den Fuß des Kraters zu gelangen. Durch die Sprungfähigkeit der Davion-Mechs, waren sie nun im Vor-, die Liaos leicht im Nachteil.

In der Folge entwickelte sich ein munteres Bewegungsgefecht rund um den Krater, bei dem auf Seiten Davions zuerst der Hatchetman und dann der Liao-Awesome dran glauben mussten. Danach ging der Phoenix Hawk durch einen beherzten AC10-Schuss des Enforcers durch den Rücken und direkt ins Gyroskop zu Boden, wurde der Enforcer dann aber durch einen glücklichen Treffer des liegenden P-Hawks ebenfalls außer Gefecht gesetzt: Bein kritisch, 2x 6 gewürfelt, Bein ab.

Die Endphase des Gefechts zog sich weit nach Mitternacht bis etwa 03.00 Uhr. Den Schlusspunkt setzten der Grasshopper und der Catapult, die sich in Nahkampfreichweite gegenseitig den Todesstoß versetzen wollten. Der Catapult versuchte den Hopper auf 9+ auf die Schlagtreffertabelle zu treten, da er einen Level über seinem Ziel stand. Der Hopper konnte nur mit einem Schlag auf 10+ kontern, da ihm bereits ein Arm fehlte. Der Schlag saß, der Tritt nicht. Zu allem Unglück, ging der Schlag auch noch in das Bein des Catapults, das nur noch über wenige Punkte interne Struktur verfügte.







Bein ab, Arme ab, Feierabend bei den Liaos. Davion siegt mit dem "Last Mech Standing", einem halben Grasshopper. Wir haben ein Foto des Record Sheets gemacht, um die beträchtlichen Schäden an der Maschine zu dokumentieren. Wow, was ein Kampf! Ein derart knappes Gefecht habe ich seit vielen Jahren nicht mehr erlebt. Danke nochmals an Phil und Jürgen für den epischen Abend! :-)

Dienstag, 12. Februar 2013

Mechwarrior P&P: Figuren für "Hand to Hand Combat"

Habe den heutigen Nachmittag dazu genutzt, die Arbeiten an den Charakter-Figuren für unsere Mechwarrior Pen&Paper-Runde voranzutreiben. Bis auf die Bases entsprechend die Minis, die noch mal ein gutes Stück kleiner als die Battlemech-Minis sind, meinen Vorstellungen. Einzig mit den Augenpartien hatte ich aufgrund der geringen Größe der Figuren arg zu kämpfen, weshalb ich am Ende eine dünne Stecknadel erst in weiße, dann in schwarze Farbe getunkt habe und so kleinste Pünktchen auftrug. Trotzdem waren die Augen noch zu groß und ich musste noch mal ganz vorsichtig mit dem alten Dwarven Flesh von Citadell und einem 0/5er Pinsel ran, um die Augenpartien zu verkleinern. Das Ergebnis ist nicht umwerfend, aber auch nicht so übel. Der Mechaniker (zweiter von links) hat so einen interessanten verkniffenen Gesichtsausdruck bekommen.

Die Bodenplatten habe ich aus Pappe angefertigt und mit der Citadel-Textur "Stirland Mud" überzogen. Das dunkle Braun ist natürlich noch nicht die finale Farbe, plane die Böden noch mit etwas Graveyard Earth aka Zandri Dust und etwas Gras von Citadel zu verzieren, wovon ich mir letzten Samstag ein Töpfchen zugelegt habe. Allerdings bin ich hier noch in der Testphase, weshalb das Foto vor dem ersten Testlauf entstand.

Dazu habe ich meinen alten Battlemaster einer weiteren Überarbeitung unterzogen. Der ursprünglich etwas bunt geratene Assault Mech sieht jetzt nach einer in Würde gealterten Kampfmaschine aus: Die schönen Shader von Gamesworkshop geben der Figur den Flair eines stark gebrauchten Mechs. Die PPC in der rechten Hand habe ich zudem mit in Metallfarbe gebrusht und die Konturen der Figur in einem hellen Grau noch mal etwas betont. Dazu überzieht eine dünne Brush-Schicht Graveyard Earth fast alle Partien, was dem Mech staubig wirken lässt, als ob er schon hunderte von Kilometern marschiert sei.

Die Wärmetauscher haben einen schwarz-metallischen Farbton erhalten, der SRM6-Werfer auf der linken Schulter ist von den Abschüssen der Raketen schön verrußt. Medium Laser, MGs und die Drehkranzgelenke des Oberkörpers sehen jetzt ebenfalls metallisch aus. Auch das Cockpit ist nicht mehr fabrikneu, weil vom Gefechtsfeld verschmutzt, und an einer Stelle sieht es so aus, als ob ein Querschläger die Oberfläche beschädigt hätte.

Aber auch beim Battlemaster muss ich noch an der Base arbeiten. Zwar wird sie ihren dunkelbraunen Grundton behalten, vielleicht helle ich ihn noch einen Tick auf, und es wird ein wenig Gras dazu kommen. Aber nicht zu viel, denn das würde der Tarnbemalung des Battlemasters widersprechen. Übrigens, das Kurita-Emblem auf der rechten Schulter basiert auf einem Scan aus dem alten Hausbuch, den ich winzig klein ausgedruckt, ausgeschnitten und mit Sekundenkleber aufegtragen habe. Ich muss mir echt mal ein paar professionelle Decals zulegen. ;-)

Sonntag, 3. Februar 2013

Mechwarrior P&P: Auf Predlitz gestrandet

"Incoming! Incoming!",  dröhnte es aus den Bordlautsprechern. "Wir zählen vier, nein sechs, nein zwei volle Lanzen Feindmechs weniger als ein Klick von der LZ entfernt, kommen schnell näher!" Die stimme des Brückenoffiziers des Union Landungsschiff klang mit jedem Wort panischer. Offensichtlich lief die Landung alles andere als glatt. Wie waren die Ronin nur so schnell hierher gekommen? Sollte es nicht eine gesichertes Ausbooten auf einem von der Freien Republik Rasalhaag kontrollierten Raumhafen sein?

Als sich das Hangartor vor ihm öffnete, wurde Viktors Mund schlagartig trocken. Ein metallischer Totenschädel auf seinem massigen Körper schien ihm geradezu entgegen zu grinsen. "Ein Atlas! Ein verdammter Atlas!", rief er über TakCom erstaunt aus. Viktor erwachte jedoch schnell aus seiner Schockstarre, stieß den Schubregler nach vorn und lenkte den Griffin mit einer sanften Bewegung der Fußpedale die Rampe des Union Dropships herunter. Mit der rechten zog er den Waffenkontroll-Stick ein wenig nach links, so dass sich das Fadenkreuz über die Mitte des 100 Tonnen schweren Atlas senkte. Als die Anzeige von Gold auf Rot wechselte, zog er den Trigger durch und die Fusigon PPC spie einen blauweißen Strom ionischer Partikel  ...

Letzten Samstag starteten wir das inzwischen dritte Mechwarrior-Abenteuer unserer Runde. Dabei waren Johan, Jürgen, Torsten und als Gastspieler Pfaffi. Wir schreiben das Jahr 3034 und inzwischen wurde unsere geschröpfte Söldereinheit, die Camerons Legion, von Bruben nach Predlitz verlegt. Die Ronin-Kriege in der gerade erst enstandenen Freien Republik Rasalhaag halten mit unverminderter Stärke an und gerade ist das Tyr-Regiment in Bedrängnis geraten, da auf Predlitz nicht nur konventionelle Ronin-Truppen Widerstand leisten, sondern auch dac 8. Rasalhaag Regiment sowie Teile der 12. Sun-Zhang Akademie. Damit nicht genug, Teile eines Luft-Raum-Geschwaders beherrschen von einer Mondbasis aus sowohl den Luftraum als auch den Orbit.

Inzwischen ist auch der XO der Camerons Legion, Ron "Red" Dexter aus dem künstlichen Koma erwacht. Er ist zwar nicht in der Lage, einen Mech zu pilotieren, noch besitzt er einen eigenen, dafür steuert er nun die Geschicke der Einheit, während Lib Argust in die Stellvertreterposition zurück gerückt ist. Als Entrechteter wittert Dexter reiche Beute auf Predlitz, was auch der Grund dafür sein dürfte, dass er der Verlegung zugestimmt hat.

Aber bereits beim Anflug auf Predlitz geschah das, was zu befürchten war: Der letzte verbliebene Raumjäger der Legion wurde von den Ronin abgeschossen, selbst wenn die Rebellen auch drei Verluste zu verzeichnen hatten. Die Landung des Union Dropships gelang mit Mühe und Not, allerdings war eines der Mechhangar-Tore verklemmt, weshalb es beim Verlassen gewaltsam geöffnet werden musste. Und das unter höchstem Zeitdruck, denn zwei schwere bis überschwere Lanzen des 8. Rasalhaag Regiments waren durch die Linien des Tyr-Regiments gebrochen und stürmten genau im Moment der Landung die Landungszone.

Verteidiger: Camerons Legion

Crusader-3R
Jagermech-S
Griffin-1N
Hunchback-4G

Wolverine-6R
Griffin-1N
Phoenix Hawk-1

Jenner-D
Stinger-3R
Valkyrie-QA

Union Class Dropship (gelandet)

Angreifer: Ronin

Atlas-D
Battlemaster-1G
Marodeur-3R
Archer-2R

Thunderbolt-5S
Catapult-A1
Rifleman-3N
Dragon-1N

Das Ergebnis des Kampfes fiel entsprechend fatal aus. Zwar gelang es der Legion den Atlas und einen Battlemaster, die beiden Kommandomechs der angreifenden Ronin-Einheit, abzuschießen. Auch vernichteten sie einen Dragon und beschädigten einen Rifleman schwer. Die eigenen Verluste waren jedoch ebenfalls erheblich. Es gelang den Ronin, das Landungsschiff zu zerstören. Lib Argust mit ihrer Wolverine, Torstens Charakter "Ashe", Ron Dexter sowie der gesamte technische Stab befanden sich noch an Bord. Dazu mussten sie Pfaffis Griffin und Isorokus Hunchback aufgrund schwerer Gefechtsschäden zurücklassen, die Piloten konnten jedoch rechtzeitig aussteigen. Der Rest der Einheit trat die Flucht an.

Wie geht's weiter? Predlitz ist zwar keine vollkommen lebensfeindliche Welt, der Fauna fehlt es jedoch an Haustierqualität: teils mehrere Meter lange Insekten, einige von ihnen sind sogar hochgiftig! Mal sehen, wer es alles aus dem Wrack des Landungsschiffes geschafft hat und ob es den abgeschossenen Piloten gelingt, zu den eigenen Linien zurückzukehren. Und was tun die noch einsatzbereiten Mechs der Kompanie? Der nächste Spielabend wird es erweisen.





Montag, 10. Dezember 2012

Kalter Winter, heißes Mech-Gefecht

Draußen herrschen Temperaturen deutlich unter null, Eis und Schnee bedecken die Straßen? Uns doch egal, denn wir saßen im gut geheizten Reliquien-Raum und ließen die BT-Püppchen tanzen. Mit am Start waren Johan und Pfaffi, aber eigentlich sollten wir zu sechs sein. Aber eine Mitspielerin war kurzfristig krank geworden und hatte abgesagt, zwei andere fehlten einfach ohne weitere Meldung. *seufz*


Gespielt wurde auf 2x1 Meter Fläche, was etwa drei BT-Karten entspricht. Zwei schwere bis überschwere Lanzen traten gegeneinander an:

A-Team:

Orion-K
Marodeur-3R
Jagermech-S
Crusader-3R

gegen...

B-Team:

Battlemaster-1G
Zeus-6S
Thunderbolt-5S
Hunchback-4G

Alle Battlemechs waren Standardversionen. Während das A-Team Reichweitenvorteile hatte, setzte das B-Team auf stärkere Panzerung und mehr Nahkampf. In der Mitte des Terrains befand sich ein Hügelzug, der zur Hälfte bewaldet war. Daneben befand sich noch eine weitere, kleine bewaldete Erhebung. Die beste Position für das A-Team, um den Gegner beim Anmarsch unter Feuer zu nehmen. Allerdings war die Entfernung bis zum Höhenzug für beide Seiten gleich. Trotzdem schaffte es das A-Team, als erstes dort anzukommen und es entsponn sich ein spannendes Stellungsgefecht, in dem Johan für sein B-Team etwas glücklicher würftelte. So wollte sein Battlemaster trotz mehrerer Runden konzentrierten Feuers nicht sterben, wohingegen er beim Orion zielsicher die AK-Munition erwischte.

Als das A-Team nur noch über einen stark angeschlagenen Marodeur verfügte, Team B dagegen noch einen recht frischen Zeus und Thunderbolt aufbieten konnte, brachte Fortuna Team A wieder ins Spiel. Johan verlor den T-bolt durch eine hitzebedingte Ammo-Explosion (Wurf auf 4+ verpatzt). Nun standen sich nur noch der Maro mit offenem linken Bein und ein fast fabrikneuer Zeus mit schwindenden Munitionsvorräten gegenüber.

Das nun folgende Duell führte den Zeus an den Rande der Niederlage, aber nicht darüber hinaus. Zumal ein für etwa 6-7 Runden bewusstloser Hunchback des B-Teams endlich wieder aufwachte (auf 10+) und es dann auch noch schaffte aufzustehen (wiederum auf 10+, weil ein Bein ab), war für den einsamen Maro die Stunde der Niederlage gekommen: rechter Torso und linkes Bein ab, Feierabend!

Ein insgesamt sehr spannendes Match, allerdings hat der vierte Spieler gefehlt. Johann hat sich zwar wacker mit seiner B-Lanze geschlagen, war aber zwischenzeitlich arg gefordert.

Egal wie, freue mich schon auf die nächste Partie!



Sonntag, 18. November 2012

Battletech: Neue Steiner-Lanze, 1. Mech (Zeus)

Guten Abend, fellow Mecharriors!

Habe heute die Arbeiten am ersten Mech meiner neuen Lanze vorerst abgeschlossen, einem Zeus. Moment, das ist ja ein Steiner-Mech!? Richtig, schließlich brauche ich als alter Kuritist was für die Feinddarstellung. ;-) Über die genaue Zusammenstellung der Lanze bin ich mir noch nicht im Klaren. Vielleicht kommen noch je ein Griffin, Commando und Atlas dazu.

Der Zeus ist mir jedenfalls recht gut gelungen. Die neue Stahlfarbe von Citadel für den Kragen und die Wärmetauscher-Auslassöffnungen sowie die Primärwaffen ist jedenfalls prima. Auch haben sich die "Small Dry Brush"-Pinsel von Citadel bewährt, die ich mir neu gekauft habe. Wenn ich mir aber die Fotos im Zoom betrachte, bin ich mit den Farbübergängen, also zwischen Weiß und Stahl, noch nicht so zufrieden. Hier werde ich wohl noch mal nacharbeiten.

Die Lichtbrechungen auf der Cockpit-Haube sind dagegen recht gut geworden, auch die kleinen farblichen Details (rot, grün, schwarz-gelbe Schraffierung) kommen recht gut. Werde mir wohl noch Steiner-Decals zulegen, um dem Mech noch den entsprechenden militärischen Look zu geben.






Sonntag, 28. Oktober 2012

Grand BT Scenario: Das war's!

Es ist wie immer: Man arbeitet monatelang auf etwas hin, freut sich wie Schnitzel auf das Event und dann ... ist es auch schon wieder vorbei. Aber schön war's! Vor allem ist es toll gewesen, viele "alte" Gesichter wieder zu sehen. (jaja, wir werden alle nicht jünger) ;-)

Das Szenario konnten wir allerdings aus Zeitgründen nicht beenden. Zu groß waren die beiden von mir angesetzten Einheiten, zu weitreichend die Ziele. Da hätte man locker noch einen zweiten Spieltag mit weiteren 12 Stunden Zockzeit gebraucht. Ist mir eine Lehre fürs nächste Mal, wenn wir ein anderes Szenario spielen. Wird wohl wieder im Frühjahr soweit sein, wenn das Wetter wieder besser ist (Pfui, Schnee!) und die Leute sich vom letzten Mech-Marathon erholt haben.

Zum Szenario selbst:

Wir schreiben das Jahr 3029, der 4. Nachfolgekrieg ist voll im Gange. Das 5th Syrtis Fusiliers RCT prescht voran, um Sarna im Handstreich zu nehmen, dabei werden zwei Füsilier-Bataillone von der verteidigenden McCarron's Armored Cavalry bei der Landung praktisch vollkommen vernichtet. Das dritte Bataillon kann der Umklamerung in einem Gewaltmarsch in der Nacht entkommen und soll einen Industriekomplex in der Nähe sichern, der auch über einen kleinen Luft-Raumhaften verfügt. Dort sollen Verstärkungen eintreffen und der Invasion neuen Schwung verleihen.

Ich habe das Szenario an die historische Bürgerkriegsschlacht Gettyburg von 1863 angelehnt. Truppen beider Seiten treffen bei dem Komplex aufeinander und initieren damit eine größere Schlacht, die so niemand geplant hatte. Die Verteidiger bestehen zu Beginn nur aus leichten bis mittelschweren Scout-Mechs und entsprechend damit der Unions-Kavalerie des historischen Vorbilds. Ein paar Milizen (Panzer und Infanterie) sowie eine "Werkslanze" mit je einem Light, Medium, Heavy und Assault verstärken ab Runde 3 die Verteidiger. Die Angreifer führen dagegen gleich zwei schwere Mech-Lanzen höchster Güte ins Feld. Wenige Runden später folgen zwei weitere schwere Lanzen gleicher Qualität. Damit hat das 5th Syrtis Fusiliers RCT zu Beginn die höhere Kampfkraft und mehr als doppelt so viele Reichweitenwaffen (LRMs und PPCs) wie die Verteidiger.

Allerdings schienen gestern die angreifenden Spieler dem Frieden nicht zu trauen und statt einfach direkt über eine stabile Brücke auf die Stadt bzw. die davor liegenden Höhenzüge zu marschieren, wählten sie einen Umweg über die linke Flanke. Da ich vor Szenariobeginn die Fließgeschwindgkeit des Flusses als "Reißend" definiert hatte und entsprechend hohe Standwürfe beim Durchqueren nötig waren, fielen rund vier Mechs beim Betreten desselben. Geflutet wurde jedoch keiner, allerdings brachte das den Verteidigern Zeit. Die konnten nämlich erst ab der 13. Runde mit Verstärkung in Form von schweren Mech-Lanzen rechnen.

Die Verteidiger kämpften hinhaltend und boten immer wieder Ziele an, um dann zu verschwinden und unbeschädigte Mechs zu präsentieren. Aus dem Hintergrund feuerten unablässlich die wenigen LRM-Träger. Sie konnten zwar in kaum einer Runde hohen Schaden zufügen, aber auf Dauer stiegen die Schäden auf Seiten der Angreifer. Zumal sie sich dazu verführen ließen, nicht an der linken Flanke geradeaus zu marschieren und die flachen, unbewaldeten Hügel zu überrollen, sondern Schutz hinter den höheren, bewaldeten Hügeln zu suchen. Das erinnerte etwas an die Kämpfe um den Little Round Top in Gettysburg.

So kam es wie es kommen musste, zwar fügten die Angreifer den Verteidigern nach und nach Verluste zu, kamen aber selbst nur langsam voran und verloren dabei auch drei schwere Mechs, ein Stalker war bereits sehr schwer beschädigt und auf der Flucht. Als dann endlich der Weg halbwegs frei und weitere Davion-Verstärkung in Form von mittelschweren, schnellen Lanzen auf dem Gefechtsfeld eintraf, zogen auf der Gegenseite die schweren Einheiten der McCarron's Armored Cavalry rein.

Das Resultat:

Da wir das Szenario aus Zeitgründen nicht zuende spielen konnten, muss man die Situation als Unentschieden werten. Allerdings hatten sich die Verteidiger bereits erhebliche Vorteile in Form von Zeitgewinn und drei bis vier abgeschossenen Angreifer-Mechs erspielt. Es wäre jetzt spannend geworden, ob die schnellen Davion-Einheiten ausreichend Kampfkraft und taktisches Geschick bewiesen hätten, um die schweren Mechs der McCarron's Armored Cavalry besiegen und aus der Stadt fegen zu können. Der Durchbruch auf der rechten Liao-Flanke, wo die schweren Davion-Mechs angriffen, war jedenfalls nur eine Frage der Zeit. Allerdings nur unter weiteren schweren Verlusten, da dort noch einige Panzer wie zum Beispiel zwei Ontos Heavy Tanks und zwei Von Luckner lauerten.

Ich plane, das Szenario mit etwas weniger Umfang und mit ein paar Leuten aus der Umgebung erneut zu spielen. Natürlich mit leicht angepassten Siegbedingungen und Szenarioregeln. Bin gespannt, wie es dann ausgeht. Hier noch ein paar Bilder vom gestrigen Gefechtstag.